Unsere BG-Coaches(5): Barbara Sundermann

Die BG Bonn-Meckenheim hat sich zu einem der größten und erfolgreichsten Basketballvereine in NRW gemausert – eine Entwicklung, die ohne das leidenschaftliche Engagement unserer Trainerinnen und Trainer undenkbar wäre! Darum sollen an dieser Stelle in loser Folge unsere Coaches vorgestellt werden, deren Arbeit hinter dem Erfolg unseres Vereins steht.

Nach zwei noch sehr jungen Coaches steht diesmal mit der ehemaligen Bundesliga-Spielerin Barbara Sundermann, 44, eine ganz erfahrene Basketballerin im Mittelpunkt, die in dieser Saison unsere U13.2 trainiert.

 

Barbara, welche Hobbys hast du?

Neben Sport auch noch Freunde treffen und mit meiner Familie reisen.

Warst du als Kind schon im Sportverein?

Als Kind habe ich nur in verschiedenen AG‘s Sport getrieben und so alles Mögliche ausprobiert: vor allem Basketball und Leichtathletik, aber auch Volleyball, Handball…

Wie bist du denn zum Basketball gekommen und wo hast du überall gespielt?

Eigentlich kannte ich die Sportart gar nicht, mein Vater hat Handball gespielt. Als ich 10 Jahren alt war, ging eine Sportstudentin durch die fünften Klassen meines Gymnasiums und fragte, wer für die Schulmannschaft Basketball spielen möchte, wir haben einmal in der Woche trainiert. Das hat mir schon Spaß gemacht, aber einen Verein gab es in der Nähe nicht und meine Eltern konnten mich nicht regelmäßig durch die Stadt fahren. Als ich 18 Jahre alt war, habe ich mich entschieden, Basketball intensiver zu spielen. Ich habe mich beim TSVE Bielefeld angemeldet – inzwischen hatte ich einen Führerschein und habe mir mit meinen drei Brüdern ein Auto „geteilt“. Nachdem ich dort zwei Jahre lang in der Damen-Mannschaft gespielt habe, bin ich zum SV Brackwede (Bielefeld) gewechselt, und als ich dann wegen meines Referendariats nach Bochum umgezogen bin, bin ich dort schließlich von der Regionalliga eher zufällig in der Damen-Bundesligamannschaft gelandet.

Und wie bist du zur BG Bonn gekommen?

Das war 1998, als ich mein Referendariat in Bochum abgeschlossen hatte. Da habe ich von unserem Verein, der damals noch Rentrop Bonn hieß, das Angebot bekommen für die 1. Damenmannschaft zu spielen, die gerade in die 1. Bundesliga aufgestiegen war… Drei Jahre lang habe ich für Rentrop Bonn gespielt, dann habe ich einige Jahre für Bensberg und Opladen in der Bundesliga gespielt und bin seit 2006 wieder bei der BG Bonn. Allerdings habe ich 2010-2012 noch in Rhöndorf Regionalliga gespielt, als bei der BG Bonn die Mannschaft aus der zweiten Bundesliga in die Oberliga zurückgezogen wurde.

Wie bist du dazu gekommen, selbst eine Mannschaft zu coachen?

Ich habe schon in Bielefeld angefangen, Jugendmannschaften zu coachen. Da ich Sport studiert habe und Grundschullehrerin werden wollte, hatte ich schon immer Spaß daran, mit Kindern zu arbeiten. Einige Jahre habe ich gespielt und gecoacht, bis zur Geburt meiner Tochter 2006, und als meine eigenen Kinder dann alt genug waren (2012), hat Sabine Fischer mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, wieder ein Team zu coachen.

Wie war deine Anfangszeit als Trainerin? Hast du eigentlich schon immer Mädchen trainiert?

Nicht nur. Ich habe zum Beispiel in Bielefeld für das Jugendamt eine Gruppe von 14jährigen Jungs trainiert, die nicht länger auf der Straße herumhängen sollten. Das hat eigentlich ganz gut geklappt, obwohl ich zu der Zeit ja selbst noch recht jung war. Ich glaube, die Jungs haben mich ziemlich schnell respektiert, weil ich ganz gut spielen konnte. Disziplinprobleme gab es jedenfalls keine, und die Jungs wollten einfach lernen, Basketball zu spielen…

Hast du dir viele Übungen von anderen Trainern abgeschaut?

Ich habe natürlich das eine oder andere übernommen, was ich von meinem eigenen Training kannte, aber ich habe vor allem Übungen aus verschiedenen Lehrwerken herausgesucht, die ich von meinem Sportstudium und meiner Arbeit als Sportlehrerin kannte.

Was ist dir im Training besonders wichtig?

Am wichtigsten ist mir, dass die Kinder Spaß haben und sich jedes Kind individuell weiter entwickelt – technisch, taktisch und was das Spielverständnis insgesamt angeht. Außerdem lege ich auch viel Wert auf die Defense. Wie wichtig das ist, haben wir ja letzte Saison in der U11 gesehen. In dem Alter gewinnt normalerweise immer die Mannschaft, die am schnellsten rennen und am besten treffen kann (oft punkten nur eine oder zwei Spielerinnen). Richtig verteidigt wird da selten. Und wenn doch, kriegen die meisten Mannschaften Probleme. Ich denke, darum waren wir in der vergangenen Saison auch so erfolgreich…

Worauf legst du bei deinem Coaching im Spiel besonderen Wert?

Ich finde es wichtig, dass jedes Kind sich in das Spiel einbringt und Verantwortung übernimmt, wir spielen immer als Team. Der Einsatz muss stimmen, Fehler machen ist wichtig, um daraus zu lernen. Ich glaube, bei den jungen Spielerinnen ist es wichtig, dass man als Coach von der Seitenlinie Einfluss nimmt, denn in dem Alter möchten viele Kinder sofortige Rückmeldung/Bestätigung und Hilfe beim Treffen eigener Entscheidungen auf dem Spielfeld. Darum rufe ich schon recht oft von der Bank aus rein…

Deine Kinder spielen inzwischen beide Basketball – gibst du ihnen regelmäßig Tipps, wenn du sie spielen siehst?

Ich halte mich da sehr zurück und versuche, sie ihr Ding machen zu lassen, sie sind neun und zehn Jahre alt… Ich freue mich natürlich, wenn beide ihren Spaß haben, und ich lobe sie auch, aber es gibt da bei mir überhaupt keine Erwartungen, die sie erfüllen müssen… – und von der Zuschauerbank reinrufen würde ich nie. Das ist die Aufgabe der Trainer!

Was war dein bisher schönstes Erlebnis als Trainerin?

Ich fand’s super, wie schnell wir uns in der U11.1 letzte Saison als Team gefunden haben. Das war schon toll, alle haben schnell gelernt. Am Anfang war die Mannschaft ein ziemlich bunt zusammengewürfelter Haufen, und dann haben wir bis auf ein Spiel alles gewonnen, sind Regionalligameister geworden und ins Final Four um die Westdeutsche Meisterschaft eingezogen, bei dem wir den dritten Platz belegten!

Welche Ziele hast du? Reizt es dich, in Zukunft auch einmal ältere Teams zu coachen?

Eigentlich nicht, in Opladen habe ich weibliche NRW-Liga U14 und U16 gecoacht, das hat auch Spaß gemacht. Aber am besten gefällt es mir, den Mädels die Grundlagen des Basketballspielens zu vermitteln. Das ganze taktische Geplänkel, dem Team verschiedene Systeme beibringen… – das ist nicht so mein Ding.

Verfolgst du die Entwicklung der Damen-Basketballbundesliga? Gehst du zu den Spielen der Telekom Baskets?

Kaum, ehrlich gesagt. Was die Damen-Basketballbundesliga anbetrifft, bin ich überhaupt nicht mehr auf dem Laufenden, und in den Telekom Dome gehe ich auch nur selten. Dafür fehlt mir im Gegensatz zu früher leider einfach die Zeit.

Wie siehst du die Entwicklung unseres Vereins?

Für mich ist es schon ein bisschen ungewohnt, dass jetzt der männliche Bereich bei der BG Bonn den größten Teil ausmacht, denn früher war die BG Bonn vor allem der Verein, in dem die Mädchen/Frauen Basketball spielten, während die Jungs eher zu den Telekom Baskets gingen. Aber es freut mich natürlich sehr, wie viele Spielerinnen und Spieler inzwischen durch die Jugendarbeit unseres Vereins von unten nachkommen, und auch wie viele Jugendliche jetzt bereit sind, sich als Schiedsrichter oder Trainer zu engagieren. Das finde ich total toll! Darum macht es mir auch einen solch großen Spaß, hier als Trainerin zu arbeiten.

Die Schlussfrage: Was gefällt dir eigentlich am Basketball so gut?

Mir gefällt, dass Basketball ein so schnelles, variables Spiel ist, ein Teamsport, mit ganz unterschiedlichen sehr komplexen Bewegungsabläufen. Und wenn man dann in den Korb trifft und den Swish hört… – einfach toll!