• 20.05.2019

Athletiktraining als elementarer Baustein der Nachwuchsförderung bei der BG Bonn 92 e.V.

Um die Spielerinnen und Spieler ab der kommenden Saison noch stärker fördern und ihnen eine weitere Entwicklungsmöglichkeit geben zu können sowie insbesondere die Verletzungsprävention in den Fokus zu nehmen, wird die BG Bonn 92 e.V. ab sofort einmal pro Woche ein Athletiktraining mit den Kadern der Leistungsteams durchführen.

Es geht uns darum zukünftig nicht nur die basketballspezifischen Fertigkeiten weiterzuentwickeln, sondern auch explizit grundlegende motorische Fähigkeiten zu schulen, die sowohl für die spielerische, als auch die generelle körperliche Entwicklung der Kinder bedeutsam sind. Folglich liegt dem Athletik­konzept der BG Bonn 92 e.V. ein sehr differenziertes Verständnis des Begriffs Athletiktraining zugrunde und beinhaltet – ausgehend von den zwei tragenden Säulen Verletzungsprävention und Kraftentwicklung– unter anderem die folgenden Aspekte:

1. Entwicklung und Training der verschiedenen koordinativen Fähigkeiten. Dabei geht es neben einem grundlegenden Körpergefühl auch um die Kontrolle der eigenen Bewegungen.

2. Ein sogenanntes sensomotorisches Training, welches ein Kernelement der Verletzungsprävention darstellt, weil hierbei die Wahrnehmung von Bewegungen und insbesondere die adäquate Reaktion des Körpers auf äußere Einflüsse und Störfaktoren (z.B. Umknicken) geschult wird.

3. Zur Vermeidung von Verletzungen und Fehlbelastungen ist eine penible Bewegungs- und Technikschulung erforderlich. Neben den Kraftübungen (s.u.) geht es auch um grundlegende Bewegungsmuster, wie z.B. die sogenannte Achsenparallelität in den Beinen, die häufig nicht gegeben ist und Instabilitäten des Kniegelenks zur Folge hat.

4.  Zunächst dienen entsprechende Übungen mit dem eigenen Körpergewicht als Mittel zum Zweck zur allgemeinen Schulung motorischer Fähigkeiten (s.o.), wobei die technisch exakte Ausführung der Übung stets der wichtigste Faktor ist. Vermeidung von Fehlbelastungen und Qualität vor Quantität sind hier oberstes Gebot! Des Weiteren geht es um die Entwicklung von Kraft und Rumpfstabilität, welche zum einen zur Durchsetzungsstärke auf dem Spielfeld beitragen und zum anderenweitere Bausteine zur Vermeidung von Verletzungen darstellen. Darüber hinaus kommen im Verlauf der Trainingsjahre auch Elemente wie Sprungkrafttraining und Krafttraining an Geräten hinzu.

Bereits in den vergangenen drei Jahren haben einige wenige Mannschaften des Damenbereichs an diesem Athletiktraining teilnehmen können und die Erfahrungen der Headcoaches und das Feedback der Spielerinnen waren durchweg hervorragend. Daher nun der wichtige Schritt, das Athletiktraining allen Kadern der Leistungsteams zu ermöglichen.

Die konzeptionelle Gestaltung und die Leitung des Athletiktrainings bei der BG Bonn 92 e.V. übernimmt Sportwissenschaftler André Donn, der sich seit über 15 Jahren sehr intensiv mit den Themen Kraft- und Athletiktraining auseinandersetzt und sich schon in den vergangenen Jahren in diesem Bereich im Verein engagiert hat. Hinzu kommt nun Felix Fischer, der als Physiotherapeut Know-How aus einem weiteren wichtigen Bereich einbringt und ebenfalls schon seit Jahren als Basketballtrainer im Verein tätig ist.

 

Weiterführende Literatur u.a.:

Chu, D. A. & Myer G. D. (2013): Plyometrics. Dynamic Strength and Explosive Power. Human Kinetics.

Faigenbaum, A. D. & Westcott, W. L. (2009): Youth Strength Training. 2nd Edition. Human Kinetics.

Fürst, P., Gollhofer, A., Lohrer, H. & Gehring, D. (2016): Gelenkkontrolle von Personen mit chronischer Sprunggelenkinstabilität – Analyse der Effekte einer Trainingsintervention. In: Bundesinstitut für Sportwissenschaft (Hrsg.) (2017): BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2016/17. Sportverlag Strauß. S. 17-22.

Haff, G. G. & Triplett, T. N. (2016): Essentials of Strength Training and Conditioning. 4th Edition. Human Kinetics.

Zatsiorsky, V. M. & Kraemer, W. J. (2008): Krafttraining – Praxis und Wissenschaft. 3. Auflage. Meyer & Meyer Verlag.

Zech, A. & Hübscher, M. (2012): Sensomotorisches Training zur Prävention von Sprunggelenksverletzungen. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. Jahrgang 63 (1). S. 5-8.