Unsere BG-Coaches(8): René Steffens

Die BG Bonn-Meckenheim hat sich zu einem der größten und erfolgreichsten Basketballvereine in NRW gemausert – eine Entwicklung, die ohne das leidenschaftliche Engagement unserer Trainerinnen und Trainer undenkbar wäre! Darum sollen an dieser Stelle in loser Folge unsere Coaches vorgestellt werden, deren Arbeit hinter dem Erfolg unseres Vereins steht.

Diesmal im Interview: René Steffens, 48, dessen U10.1 mit drei deutlichen Siegen überaus erfolgreich in die Saison gestartet ist.

 

René, welche Hobbys hast du?

Mein größtes Hobby ist natürlich der Sport, aber ich lese auch gern und höre gern Musik.

Warst du als Kind im Sportverein? Hast du als Junge Basketball gespielt?

Als 6Jähriger habe ich anfangs in Friesdorf Fußball gespielt, aber in der 10. Klasse habe ich dann mit Basketball angefangen: Ein Jahr lang habe ich in einer Art Hobby-Mannschaft des Godesberger TV gespielt, das heißt, ich bin einmal in der Woche zum Training in die Bodelschwinghschule gegangen. An einer Meisterschaft haben wir nicht teilgenommen. Ich glaube, ich hatte in all der Zeit nur ein einziges Freundschaftsspiel. Darum bin schon bald nicht mehr zum Training gegangen, sondern habe mich stattdessen sehr, sehr oft mit Freunden zum Beispiel auf dem Uni-Sportgelände oder auf dem Päda-Schulhof getroffen und Street-Basketball gespielt. Egal wo ich war, in meiner Freizeit, im Urlaub… – ich hatte eigentlich immer meinen Basketball dabei.

Wie bist du denn zur BG Bonn gekommen?

Zu unserem Verein bin ich erst gekommen, als mein Sohn Len alt genug war, um mit dem Basketballspielen anzufangen, denn ein guter Freund von ihm spielte damals schon hier bei der BG.

Wie bist du dazu gekommen, selbst eine Mannschaft zu coachen?

Vor 4 Jahren hat Harald Limböck mir von seinen Plänen erzählt, aus den damals jüngsten Spielern im Verein eine neue Mannschaft zu formen, die vielleicht einmal das Potenzial haben könnte, um die WBV-Meisterschaft mitzuspielen. Das Vorhaben, ein solches Team aufzubauen, zu dem auch mein jüngster Sohn Bela gehören sollte, fand ich so spannend, dass ich spontan zugesagt habe, als Co-Trainer mit einzusteigen.

Wie war deine Anfangszeit als Trainer?

Ich war natürlich froh, mit Harald Limböck einen solch erfahrenen Coach neben mir zu haben, und ich habe mich, wann immer sich die Gelegenheit bot, mit anderen Trainern wie Dominik Seger oder Torsten Schierenbeck ausgetauscht, um weiter dazuzulernen. Dabei haben mir auch die Trainer-Fortbildungen weitergeholfen, die in unserem Verein regelmäßig organisiert werden. Inzwischen erstelle ich vor jedem Training meinen eigenen Trainingsplan, und auch wenn ich natürlich vieles von unseren erfahrenen Coaches übernommen habe, überlege ich mir die eine oder andere Übung selbst und setze mittlerweile auch meine eigenen Schwerpunkte im Training.

Was ist dir im Training besonders wichtig?

Alle Trainer im Mini-Bereich legen natürlich ganz großen Wert auf die basketballerische Grundausbildung unserer Spielerinnen und Spieler. Dabei liegt mir persönlich vor allem die Defense und das Passspiel am Herzen, was allerdings besonders viel Trainingsarbeit erfordert… Um als Mannschaft Erfolg zu haben, finde ich es außerdem extrem wichtig, aus den Kindern ein echtes Team zu formen, das auch dann zusammenhält, wenn es mal nicht so gut läuft. Für ein solches Team ist nicht unbedingt der Topscorer der Mannschaft oder irgendein toller Kader-Spieler die wichtigste Figur, sondern jemand, der sich mit allen Mitspielern gut versteht, jemand, der von den älteren Mitspielern respektiert wird und der gleichzeitig schnell Kontakt zu den neuen, den jüngeren Mitspielern herstellt. Ich nenne einen solchen Spieler gern meinen Seismographen, weil er im Idealfall ein feines Gespür für das hat, was in seiner Mannschaft los ist. Wenn es meinem Seismographen schlecht geht, stimmt in der Regel irgendetwas im Team nicht. Geht es ihm gut, sind wir auf dem richtigen Weg…

Worauf legst du bei deinem Coaching im Spiel besonderen Wert?

Mir ist, wie gesagt, besonders die Defense und ein gutes Passspiel meiner Mannschaft wichtig. Ein Spiel mit tausend Einzelaktionen, das 104:102 ausgeht, langweilt mich, ehrlich gesagt, ein bisschen. Dagegen finde ich ein intensives 74:72, in dem ein Team sich dank der besseren Verteidigung und dank des Zusammenspiels gegen eine Mannschaft durchsetzt, die vielleicht über die besseren Einzelspieler verfügt, viel interessanter. Dabei kann sich gerade auch ein jüngerer Spieler, der vielleicht nicht der geborene Dreier-Schütze ist, über seine Defense-Arbeit das nötige Selbstvertrauen holen und mit seinen Pässen zum Erfolg seiner Mannschaft beitragen.

Was war dein bisher schönstes Erlebnis als Trainer?

Spontan fallen mir da zwei Erlebnisse ein: der erste Sieg mit unserer wilden, jungen Truppe gleich in unserer ersten Saison vor drei Jahren und dann natürlich unser Turniersieg in Göttingen in diesem Jahr.

Wie siehst du die Entwicklung unseres Vereins?

Ich finde, unser Verein hat insgesamt eine sehr gute Entwicklung genommen. Dadurch dass wir so gewachsen sind, findet sich, glaube ich, für jedes Kind die richtige Mannschaft, und wir haben inzwischen für all die vielen Teams auch richtig gute Coaches… – der sportliche Erfolg unseres Vereins spricht ja für sich, nicht wahr?

Schaust du dir eigentlich regelmäßig die Spiele der Basketball-Bundesliga oder der NBA an?

Die NBA interessiert mich, ehrlich gesagt, gar nicht so sehr, aber ich habe schon seit vielen Jahren eine Dauerkarte für die Telekom Baskets. Wenn ich Zeit habe, schaue ich mir auch andere Bundesligaspiele an.

Die übliche Frage zum Schluss: Was gefällt dir eigentlich am Basketball so gut?

Basketball ist eine Lebenseinstellung! Basketball ist cool! Basketball ist Hip-Hop-Musik, Basketball ist Street-Art und Street-Fashion… – ich glaube, dass keine andere Mannschaftssportart den Nerv der Jugend so sehr trifft wie Basketball.