JBBL: Basketball-Krimi in Südhessen
Nach wie vor Tabellenführer in der U16-Bundesliga
Das Team Baskets Bonn/Köln RAG musste am Wochenende die erst zweite Niederlage in dieser JBBL-Saison einstecken. Beim Team Südhessen verlor der Tabellenführer der U16-Bundesliga hauchdünn mit 86:87. Das Team BonnRhöndorf zeigte in der JBBL eine der besseren Saisonleistungen, kassierte aber letztlich auch eine 75:91-Niederlage beim USC Heidelberg. Die Telekom Baskets Bonn nehmen in Kooperation mit den Dragons Rhöndorf, der BG Bonn und der Rise and Grind Basketball Academy Köln in dieser Saison erstmals mit zwei Mannschaften an der JBBL teil.
Das NBBL-Team BonnRhöndorf hatte an diesem Wochenende in der U19-Bundesliga spielfrei, war aber mit einer Auswahl eine Woche lang in China beim Winter Camp Putuo in Zhoushan. Eindrücke aus China gibt es beispielsweise hier.
Wurf zum Sieg verfehlt sein Ziel
Bei dem in der JBBL-Hauptrunde zuhause noch ungeschlagenem Team Südhessen startete das Team Baskets Bonn/Köln RAG perfekt. In nur etwas mehr als einer Minute hatte die Mannschaft von Trainer Tom Becker bereits einen 10:0-Lauf auf das Parkett gebracht (10:0, 2. Minute). Zunächst schien es so, als hätte der Tabellenführer der U16-Bundesliga alles im Griff (14:4, 3.). Dann drehten die Hausherren jedoch auf und sorgten mit einem 20:4-Lauf für den Führungswechsel (18:24, 10.). Mit sechs Punkten Unterschied endete das erste Viertel (20:26, 10.). Von dem Lauf der Gastgeber war die Becker-Truppe sichtlich beeindruckt und lag im zweiten Viertel phasenweise selbst schon zweistellig zurück (36:46, 17.). Mit einem 8:0-Lauf kämpften sich die Gäste zunächst zurück ins Spiel (44:46, 18.), konnten die Südhessen aber bis zum Ende der ersten Hälfte weiterhin zu selten stoppen (46:53, 20.).
Im dritten Viertel blieb der Rückstand beinahe permanent knapp unter der Zehn-Punkte-Marke (63:70, 27.), bevor das Team Baskets Bonn/Köln RAG mit einem 6:0-Lauf wieder auf einen Zähler herankam (69:70, 30.). Mit drei Punkten Unterschied ging es ins Schlussviertel (71:74, 30.). Dort gelang dank starker Verteidigung endlich wieder ein Führungswechsel (75:74, 33.). In der Folge wechselte die Führung mehrmals hin und her. Knapp drei Minuten vor Schluss hatte die Mannschaft von Coach Becker leicht die Nase vorn (81:78, 38.). Es entwickelte sich ein echter Basketball-Krimi mit weiteren Führungswechseln bis in die Schlusssekunden. Zehn Sekunden vor Spielende brachte Johan Otterpohl das Team Baskets Bonn/Köln RAG wieder mit einem Punkt in Front (86:85, 40.). Südhessens Andrej Pichtouline antwortete nur fünf Sekunden vor Spielende eiskalt zum 86:87 aus Sicht der Gäste, die im Anschluss nochmal einen Wurf zum Sieg auf der Hand hatten, der jedoch sein Ziel verfehlte.
Stimme zum Spiel
Tom Becker (JBBL-Headcoach Team Baskets Bonn/Köln RAG):
„Natürlich war das eine ärgerliche Niederlage, aber in Anbetracht der Situation, dass wir schon eine suboptimale Trainingswoche aufgrund der Verletzten- und Krankheitssituation hatten, bin ich grundsätzlich zufrieden, dass wir am Ende einen Wurf hatten, um das Spiel zu gewinnen. Südhessen ist eines der besten Teams in der Liga. Es ist auf jeden Fall nicht angenehm, dort und gegen ihre Spielweise zu spielen. Trotz der Niederlage haben wir offensiv ein gutes Spiel gezeigt und viele haben einen Schritt nach vorne gemacht. Defensiv war es leider in der ersten Halbzeit nicht genug. 53 Gegenpunkte sind einfach zu viel. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nochmal alles reingeworfen und die zweite Hälfte auch gewonnen. Wir wollen die Hauptrunde jetzt aber noch stark beenden mit drei Siegen aus den letzten drei Spielen.“
Kampf bis zum Schluss in Heidelberg
Für das Team BonnRhöndorf ging es in der JBBL am Wochenende zum USC Heidelberg. Das erste Viertel konnte lange ausgeglichen gestaltet werden (10:10, 7. Minute) und erst am Ende des ersten Spielabschnitts mussten die Bonn-Rhöndorfer leicht abreißen lassen (16:21, 10.), konnten mit ihrem Auftritt bis dahin jedoch zufrieden sein. Auch zu Beginn des zweiten Viertels blieb die Mannschaft von Trainer Lars von Saldern nah dran (20:21, 12.). Dann gelang jedoch offensiv plötzlich gar nichts mehr und so konnte sich Heidelberg plötzlich mit einem 14:0-Lauf erstmals deutlich absetzen (20:35, 15.). Auch bis zum Ende der ersten Hälfte ging offensiv kaum noch etwas, sodass beim Gang in die Kabine das Spiel bereits vorentschieden schien (24:49, 20.). Trotz des höhen Rückstands gab sich das Team BonnRhöndorf aber nicht auf, kämpfte mitvollem Einsatz und konnte das dritte Viertel wieder beinahe ausgeglichen gestalten. Einzig der Rückstand war bereits zu hoch, um noch tatsächliche Comeback-Chancen zu haben (48:74, 30.). Auch im Schlussabschnitt zeigte die Mannschaft von Coach von Saldern weiter Herz, obwohl die Niederlage nicht mehr zu verhindern war. Das letzte Viertel konnte aber dann sogar noch deutlich mit zehn Punkten gewonnen werden, sodass die Gäste trotz 75:91-Niederlage mit erhobenem Haupt das Parkett verlassen und die Heimreise antreten konnte.
Stimme zum Spiel
Lars von Saldern (JBBL-Headcoach Team BonnRhöndorf):
„Rein ergebnisorientiert hat uns ein desaströses zweites Viertel, in dem wir nur acht Punkte gemacht haben, das Spiel gekostet. Aus der Perspektive, dass diese Mannschaft ein Entwicklungsteam ist, gibt es viel zu feiern. Spieler zeigen zum Teil riesige Fortschritte und übernehmen Verantwortung. Das Team zeigt Herz und gewinnt die zweite Halbzeit. Wir halten zusammen und kämpfen, als wir fast uneinholbar hinten liegen. Wir lernen und werden jeden Tag besser. Am Ende des Spiels war ich stolz auf meine Jungs.“
Text: Pascal Gediga
Fotos: Jiří Papež
- JBBL, Jugend männlich, Spielberichte
- Updates erhalten: RSS Feed
