Talents gehen im Leverkusener Dreierregen baden
Das „Rheinderby“ in der TOYOTA 2. Damen Basketball-Bundesliga zwischen den WINGS Leverkusen und den Talents BonnRhöndorf war leider eine sehr einseitige Angelegenheit. Zum Rückrundenauftakt unterlag Bea Waffenschmieds Mannschaft beim Topteam in Opladen mit 63:97 (24:51) und hat damit erstmals in dieser Saison mehr Niederlagen auf dem Konto als Siege (6-7). Auf Tabellenplatz sieben stehend, geht es in den kommenden Wochen darum, nicht aus den Top 8 zu fallen, die den direkten Klassenerhalt bedeuten.
Die leidige Chronistenpflicht vorweg: wieder einmal fehlten Waffenschmied wichtige Akteure, die es beim Tabellenzweiten gut gebraucht hätte. Johanna Huppertz, Karoline Steffen und Sophia Müller konnten verletzungsbedingt nur zuschauen. Nach anfänglich ausgeglichenem Spiel setzten sich die WINGS nach und nach am Brett durch, sammelten die Mehrzahl der Rebounds ein und trafen erfolgreich aus dem Drei-Punkt-Land. Der 28:13-Viertelstand musste nicht sein, hätten die Gäste aus der Nahdistanz nicht ein paar wichtige Punkte liegen gelassen.
Die Talents waren gezwungen zu reagieren, sollte das Match nicht schon früh für den Favoriten entschieden sein. Doch gegen die US-Phalanx der WINGS war dies alles andere als einfach. Exemplarisch dafür die pfeilschnelle Amerikanerin Natalie Villaflor, die uneinholbar über das ganze Feld sprintete und zum 41:20 traf (15.). Aber auch Tessa Brugler und Kendra Parra zeigten, was den Unterschied zwischen den beiden Teams ausmachte. Auf beiden Seiten zahlreiche gute einheimische Spielerinnen, aber nur auf einer Seite Importe aus Übersee, die ein enges Match jederzeit in ein deutliches verwandeln können.
Ohne einen treffsicheren Drei-Punkt-Wurf geriet das Unterfangen des Aufholens zusehends außer Reichweite. Ganz anders die Opladenerinnen, die das Tempo und den Ball kontrollierten und jeden Turnover der Talents eiskalt bestraften. Zur Halbzeit stand ein deprimierendes 51:24 auf der Anzeigentafel in der Werner-Heisenberg-Halle, wobei die WINGS neun Dreier getroffen hatten und die Talents gerade einmal einen Treffer aus der Distanz landeten.
So blieb den Talents für die zweite Spielhälfte nichts anderes übrig als der Versuch, die Niederlage irgendwie in Grenzen zu halten. Was nur bedingt gelang, denn die WINGS blieben weiter auf dem Gaspedal. Als die überragende Villaflor (20 Punkte) per Dreier zum 71:35 vollstreckte, war das Match endgültig vorbei für BonnRhöndorf (26.). Zwar erzielten die Gäste diesmal 20 Punkte im Viertel, doch Leverkusen seinerseits 28. Nicht verschwiegen werden darf: Eine Sternstunde für die Talents-Defense waren die bis dato kassierten 79 Punkte der Gastgeberinnen definitiv nicht gewesen.
In den letzten zehn Minuten setzte Leverkusen auch auf seine Bankspielerinnen, so dass die Talents tatsächlich auf Augenhöhe agieren konnten. Aufgeben war natürlich keine Option für Nicola Happel und Co. Mit 19:18 gewann man das Viertel und ging bei der Schlusssirene erhobenen Hauptes vom Feld. Am Ende der für die Gäste insgesamt ernüchternden 40 Spielminuten hatten die WINGS aber 14 Dreier versenkt und nach dem klaren Erfolg im Hinspiel auch das Rückdate deutlich dominiert.
Viertel: 28:13 / 23:11 / 28:20 / 18:19
Es spielten: E. Scheibinger 2 Punkte, N. Happel 9/1 Dreier, P. Bantes 2, L. Lingnau, J. Blazic 5, Z. Perlick 4. L. Hilgenfeld 2, L. Räwer Tanguep 13, H. Fante 3/1, M. Middeler 11, L. Brand, L. Wolff 12/2.
Text: Franz-Werner Krausgrill
Fotos: Jan Fante
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