Talents schrammen knapp an der Überraschung vorbei
Über 35 Spielminuten lang schnupperten die Talents BonnRhöndorf am Sonntagabend in der TOYOTA 2. Damen Basketball-Bundesliga am kaum für möglich gehaltenen Auswärtssieg. Am Ende einer aufregenden Partie unterlagen Bea Waffenschmieds Korbjägerinnen den VfL VIACTIV AstroLadies Bochum knapp mit 75:69 (34:43). Damit haben die Talents ihre letzte Chance auf die Play-off Runde leider verpasst.
Unbestreitbar hatten die rheinischen Gäste dem favorisierten amtierenden Nordmeister über 35 Minuten einen großartigen Kampf geliefert. Zur Halbzeit (34:43) lag man mit neun Punkten in Front und erwehrte sich über weite Strecken der zweiten Halbzeit allen Bochumer Versuchen, die Partie herumzureißen. Fünf Minuten vor Schluss führten die Talents nach einem Korbleger von Topscorerin Martha Middeler immer noch mit 67:60, aber dann riss urplötzlich der Faden…
„Geld wirft Körbe“ – es ist ein altes Klischee, welches jedoch recht gut zum Verlauf und vor allem zum Ausgang der Begegnung passte. Auf der einen Seite die beiden teuren Importstars des VfL, Cecelia Collins und Faith Dut, die zusammen 55 der 75 Bochumer Zähler markierten. Rechnet man noch Laura Knaups 15 Punkte hinzu, dann bestand die Bochumer Offensive nahezu aus diesen drei Akteurinnen, während die acht weiteren AstroLadies zusammen nur fünf Pünktchen beisteuerten. Auf der anderen Seite das BonnRhöndorfer Kollektiv, bei dem bekanntlich keine Spielerin aus Übersee unter Vertrag steht und sich im Unterschied dazu elf der zwölf eingesetzten Basketballerinnen auf dem Scoutingbogen eintragen konnten. Unterschiedlicher können Philosophien kaum sein.
Bochum fand in der Crunchtime – angeführt von Dut und Collins noch zu seinen Stärken und wechselte gerade rechtzeitig auf die Überholspur. Letztlich entschied ein 15:0-Lauf der AstroLadies die Partie und besiegelte das Play-off-Schicksal der Talents. Der Klasse und der Cleverness von Collins, die alleine im vierten Durchgang 13 Punkte erzielte, hatten die Talents leider nichts mehr entgegenzusetzen. So war Martha Middeler famoses Spiel unter den Körben (23 Punkte, 9 Rebounds) ein Highlight, welches aber nicht mit einem Erfolg gekrönt wurde.
„Wir hatten es in der Hand, aber das defensive Rebounding machte uns Probleme und dann verloren wir offensiv den Faden und verfingen uns in Einzelaktionen“, beschrieb Waffenschmied den Leistungseinbruch ihres Teams. „Sicherlich kann man viel auf die Nerven, unser junges Team und die Brisanz des möglichen Sieges schieben, aber ganz gleich, wie das Spiel ausgegangen ist, wir haben bewiesen, dass wir ein Team sind, in dem man jede Spielerin auf der Rechnung haben muss und darauf können wir ergebnisunabhängig stolz sein“.
Durch den knappen Sieg von Chemnitz in Oberhausen rutschen die Talents vorerst wieder auf den sechsten Tabellenrang zurück. Jene Platzierung dürfte den BonnRhöndorferinnen bei drei Siegen Vorsprung auf Lichterfelde und Oberhausen und drei ausstehenden Partien auch kaum mehr zu nehmen sein. Rang 5 im Fernduell mit den ChemCats ist damit das verbleibende Saisonziel…
Viertel: 21:21 / 13:22 / 17:14 / 24:12
Es spielten: E. Scheibinger 6 Punkte / 2 Dreier, S. Müller 2, N. Happel 6, K. Steffen 2, L. Lingnau, J. Blazic 3/1, Z. Perlick 7/1, L. Hilgenfeld 2, L. Räwer Tanguep 5, M. Middeler 23, J. Huppertz 6, L. Wolff 7.
Text: Franz-Werner Krausgrill
Fotos: Jan Fante
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