Grüße aus der Ferne – BG-Nachwuchs im Ausland (I)

Gleich mehrere Spielerinnen und Spieler der BG Bonn drücken unseren Teams zum Start ins neue Jahr aus großer Entfernung die Daumen.

So arbeitet Xenia im Rahmen ihres Freiwilligendienstes schon seit September in einer Grundschule in Agona Swedru in Süden von Ghana. „Ich habe mich für die Arbeit in Ghana entschieden, weil ich den Eindruck hatte, dass die Bilder, die wir alle von Afrika im Kopf haben, doch sehr viele Klischees enthalten. Ich wollte mir jedenfalls ein eigenes Bild machen und erfahren, wie die Menschen hier wirklich sind.“ Und Xenia ist begeistert! „Wenn man hier durch die Straßen geht, begrüßt mich jeder. Die Leute fragen, wie es mir geht und wie ich heiße, und sie versuchen, mir die lokale Sprache „Fante“ beizubringen. Oft kommen auch die Kinder angerannt und umarmen mich!“ So fühlt sich Xenia äußerst willkommen – sie bedauert keine Sekunde, hierher, in den Westen Afrikas gekommen zu sein, und wird bis zu ihrer Rückkehr nach Bonn im März von der fremden Welt so viel sie kann in sich aufsaugen…

Auch Erik lebt zurzeit viele Tausend Kilometer von der Stadt entfernt, in der er bis vor zwei Jahren für die BG auf Korbjagd ging. Doch im Gegensatz zu Xenia weiß Erik nicht genau, wie lange er noch in Chesapeake, Virginia wohnen wird, denn er ist mit seiner Schwester und seinen Eltern in die USA umgezogen, weil sein Vater in Virginia arbeitet. Erik vermisst natürlich seine Familie in Deutschland und seine ehemaligen Mitspieler, zu denen er immer noch in Kontakt steht. Aber er genießt – so merkwürdig dies nach der extremen Kälte, die zum Jahreswechsel an der amerikanischen Ostküste herrschte, auch klingen mag, das Klima am Atlantischen Ozean. „Am besten gefällt mir die Wärme im Sommer. Manchmal ist es zwar fast schon zu warm, aber zum Glück ist das Meer ja ganz nah…“ Entsprechend oft nutzt Erik die Korbanlage vor der Garage – wenn die Sonne scheint (und die Sonne scheint oft in Virginia), ist er fast täglich draußen und wirft auf den Korb. So lautet denn auch seine Botschaft an die alten Mannschaftskameraden: „Hört auf keinen Fall auf zu spielen!“

Im Vergleich zu Xenia und Erik wohnt Louisa quasi gleich um die Ecke: In Sligo im Nordwesten Irlands liegt das Internat, in dem Louisa seit Ende August lebt. „Ich wollte unbedingt ein Auslandsjahr machen, und ich bin in Irland, weil mein Bruder, der vor zwei Jahren hier war, so begeistert zurückgekommen ist.“ Das Internatsleben gefällt Louisa, „weil das echt lustig sein kann mit all den Mädchen.“ Aber sie vermisst das Basketballspielen und ihr Bonner Team. „Ich spiele zwar manchmal ein bisschen mit den anderen, aber das ist kein Vergleich zu meinem alten Team.“ Stattdessen hat sie für eine Weile Hockey ausprobiert und spielt einmal in der Woche Fußball. Daneben hält sie sich mit Workouts am Abend fit. Aber: „Ich vermiss‘ euch total und freu‘ mich darauf, endlich wieder mit euch spielen zu können!!!“

Dagegen trainiert und spielt Eriks Schwester Lilli in Virginia fast noch häufiger Basketball als vor zwei Jahren in Bonn. Bereits letztes Jahr hatte sie es in die Schulmannschaft der „Great Bridge Middle School“ geschafft und viermal in der Woche jeweils zweieinhalb Stunden Training mit den amerikanischen Mädels. „Wir hatten eine Liga, in der wir gegen alle anderen Schulmannschaften in Chesapeake gespielt haben, also vier Heim- und vier Auswärtsspiele. Die Liga haben wir ungeschlagen gewonnen, und es gab auch einige Turniere am Wochenende, an denen wir teilgenommen haben…“ Trotzdem schaut auch Lilli immer mal wieder auf der BG-Seite im Internet vorbei, um über ihren alten Verein und ihre früheren Teams auf dem Laufenden zu bleiben. „Ich vermisse euch ganz, ganz doll! Ich werde euch auf jeden Fall besuchen kommen, wenn ich wieder nach Deutschland zurückziehe!“