Lena Fischer: Mein Alltag im Basketballprojekt in Namibia

Ich bin jetzt schon fast zwei Monate hier in Ongwediva und der Alltag in meinem Projekt hat langsam eingesetzt.

Vormittags leite ich den Sportunterricht an vier verschiedenen Grundschulen (1.-7.Klasse) in Ongwediva. Insgesamt unterrichte ich in drei vierten Klassen und sechs fünften Klassen jeweils eine Sportstunde (pro Woche). An drei Schulen gibt es einen gewöhnlichen Stundenplan von Montag bis Freitag, wie wir ihn aus Deutschland kennen. An einer Schule jedoch wird ein 7-Day-circle verwendet. Das bedeutet, dass auf dem Stundenplan sieben Unterrichtstage stehen, die von Woche zu Woche rotieren. So ändert sich auch mein Stundenplan wöchentlich teilweise, sodass die Stundenzahl variiert.

Der Sportunterricht findet immer draußen auf einer gepflasterten Fläche auf dem Schulgelände statt und die Kinder machen in Schuluniform mit. Da ich Freiwillige der namibischen Basketball Federation bin, geht es in den Sporteinheiten darum, den Kindern Basics im Basketball beizubringen, um sie auf die Grundschulliga im nächsten Term vorzubereiten. Allerdings habe ich nur an einer Schule Basketballkörbe zu Verfügung. Zudem laufe ich zu Fuß zu den Schulen und kann daher nur acht Basketbälle mitbringen, was bei der Klassengröße mit bis zu 40 Kindern pro Klasse doch recht wenig ist. So braucht es etwas Kreativität, was die Organisation und Planung des Unterrichts betrifft. Die meisten Kinder sind aber total motiviert, machen super mit und freuen sich über jede neue Übung. Zudem sind teilweise die Sportlehrer dabei, um dafür zu sorgen, dass die Kinder sich benehmen. Obwohl es manchmal echt etwas chaotisch ist, bei so vielen Kindern auf dem Platz, macht mir das Unterrichten hier großen Spaß.

Zwischen den Sportstunden gibt es immer etwas Zwischenzeit, die für Administratives, wie zum Beispiel das Schreiben von Elternbriefen und bald das Organisieren der Liga, verwendet wird. Dazu gehen wir in das Multi Purpose Center, wo wir einen Schreibtisch, den Drucker und das WLAN verwenden dürfen.

Nach einer Mittagspause geht es dann an drei Tagen die Woche weiter mit dem open program in Oshakati, wo ich mit dem Taxi hinfahre. Montags von 14.30-16.00 Uhr ist das Training für 3. und 4. Klässler und Dienstags und Donnerstags um dieselbe Uhrzeit für 5.-7. Klasse. An den andern beiden Nachmittagen trainiere ich die Schulteams zwei weiterer Grundschulen, um auch diese auf die Liga vorzubereiten.

Nach den Nachmittagseinheiten bin ich immer gegen 16.30 Uhr zu Hause und habe dann etwas Zeit mich auszuruhen. Meistens fahren mein Projektpartner Dingane und ich dann um 18.00 Uhr mit dem Taxi zum Basketballplatz bei UNAM (University of Namibia) um dort mit den Studenten und Allen, die in der Damen- oder Herrenliga spielen, selbst Basketball zu spielen. Ich habe auch schon ein Team mit welchem ich in der Damenliga mitspiele. Allerdings besteht diese nur aus zwei Mannschaften, sodass die Liga sich auf wenige Spiele beschränkt. Außerdem haben die Teams hier kein Training, wie ich es kenne, sondern die Spieler treffen sich einfach alle, egal aus welchem Team, abends an der UNI und zocken ein bisschen. Da war es für mich am Anfang etwas schwer mitzuspielen, weil es doch hauptsächlich Männer sind die dahin kommen, aber ich konnte mich etwas an die Spielweise gewöhnen und mittlerweile macht es richtig Spaß. Anschließend trainieren Dingane und ich meistens noch im Gym und fallen danach erschöpft in unsere Betten.

 

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