Nachwuchs immer schön gießen!

Ein Basketballspieler verbrennt im Spiel mit durchschnittlich 16 Kilokalorien pro Stunde und Kilogramm etwa so viel wie ein Radfahrer, der 40 km/h schnell fährt und damit viermal so viel wie ein Fußballspieler! Dementsprechend viel Flüssigkeit braucht der Körper eines Spielers – im Wettkampf und natürlich auch im Training. Ernährungswissenschaftlerin Cordula Vogt erklärt uns zum Beginn der neuen Saison Genaueres:

Warum ist es besonders für junge Sportler so wichtig, genug zu trinken?

Ein Mensch, der nichts trinkt, verdurstet. Denn unser Körper, der übrigens zu über 70% aus Wasser besteht, braucht Wasser zum Überleben. Wenn also unser Körper Wasser verliert, weil wir zum Beispiel schwitzen, ist es wichtig, unseren Tank wieder aufzufüllen. Das gilt besonders für junge Sportler, denn Kinder verlieren im Verhältnis zu Körpergröße und -gewicht mehr Flüssigkeit als Erwachsene.

Aber ich sterbe doch nicht gleich, wenn ich während des Trainings oder im Spiel nicht genug trinke.

Nein, das nicht. Aber du kannst vielleicht nicht so, wie du es erwartet hast, deine Leistung abrufen. Du hast sicher schon einmal bemerkt, dass deine Haut salzig schmeckt, wenn du schwitzt. Denn dein Körper verliert, besonders wenn du Sport treibst und viel schwitzt, nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe wie zum Beispiel Natrium, Kalium oder Magnesium. Wenn deine Muskeln nicht genug Mineralstoffe bekommen, können sie übersäuern, und du bekommst im schlimmsten Fall vielleicht sogar einen Muskelkrampf…

Wie viel sollte ich denn trinken, wenn ich Basketball spiele?

Ideal wäre es, schon eine Stunde oder zumindest 30 Minuten vor dem Training oder Wettkampf ein großes Glas Wasser zu trinken, damit dein Tank voll ist. Insgesamt solltest du rund ums Spiel oder Training ungefähr einen Liter trinken (auf einem Turnier oder in einem Camp natürlich auch mehr…) – und den Rest, der vielleicht noch in der Flasche ist, wenn du nach Hause kommst, austrinken, um deinen Tank auch nach dem Sport wieder aufzufüllen.

Was ist besser: Wasser mit oder ohne Kohlensäure?

Kohlensäure dehnt bzw. reizt den Magen, das heißt, dein Magen ist möglicherweise mehr, als dir lieb ist, damit beschäftigt, die Kohlensäure zu verarbeiten. Darum rate ich zu Wasser ohne Kohlensäure. Leitungswasser ist eigentlich völlig ausreichend – wenn du lieber Mineralwasser trinkst, solltest du darauf achten, dass es mindestens 100 mg Magnesium pro Liter enthält.

Muss es denn Wasser sein?

Nein. Das Sportler-Getränk schlechthin ist eine Mischung aus Apfelsaft (1 Teil) und stillem Wasser (3 Teile). Der Apfelsaft schmeckt nicht nur gut, sondern liefert auch zusätzliche Mineralstoffe (vor allem Magnesium) und dazu Kohlenhydrate, die deinen Blutzuckerspiegel erhöhen. Ein solches Getränk nennt man übrigens isotonisch, weil sein Mineralstoffgehalt dem unseres Blutes entspricht. Zur Not kannst du natürlich auch eine Flasche Apfelschorle kaufen – in diesem Fall solltest du aber ungefähr ein Glas herausgießen und die Flasche mit Leitungswasser auffüllen, um auf das richtige Mischungsverhältnis zu kommen und den Anteil der Kohlensäure zu reduzieren.

Was kann ich trinken, wenn ich keine Apfelschorle mag?

Eine Alternative ist Traubenschorle, aber du solltest in diesem Fall 1 Teil Saft mit 5 Teilen Wasser mischen, weil Traubensaft zuckerhaltiger als Apfelsaft ist. Du kannst natürlich auch andere Säfte nehmen, aber achte darauf, dass es wirklich 100% Saft und nicht Nektar oder gar nur ein „Fruchtsaftgetränk“ mit viel Zucker ist.

Worauf sollte ich außerdem noch achten?

Das, was du trinkst, sollte nur leicht (zwischen 5 und 10 Grad) gekühlt sein, denn wir müssen die Temperaturunterschiede zwischen einem eisgekühlten Getränk und dem eigenen Körper ausgleichen und verschwenden dabei zu viel Energie…

Was sollte ich auf keinen Fall tun?

Fall nicht auf die Reklame herein, die manche Getränke mit coolen Werbe-Clips besonders für Sportler anpreist: Sogenannte „isotonische Getränke“ enthalten oft viel zu viel Zucker und sind voller Aromastoffe und Farbzusätze. „Energy-Drinks“ sind noch schlimmer: In jeder Dose stecken etwa 7 bis 10 Stücke Würfelzucker, der verhindert, dass dein Körper die Flüssigkeit optimal aufnehmen kann. Außerdem enthalten die meisten „Energy-Drinks“ so viel Koffein wie drei Tassen Kaffee – und Koffein gilt als Doping!