Neues aus Tansania

BG-Spielerin und Coach Ivie Ojo hat sich entschieden, nach ihrem Abitur für ein Jahr nach Tansania zu gehen und an einem Projekt des ASC Göttingen mitzuarbeiten. Vor wenigen Tagen erreichte uns eine erste Mail, in der Ivie uns von ihrer Arbeit berichtet:

 

Karibu Bukoba!!!

Nachdem ich jetzt schon über anderthalb Monate in Tansania bin, wird es höchste Zeit ein bisschen von meinen bisherigen Erlebnissen und Eindrücken zu erzählen.

Seit sechs Wochen lebe ich in Bukoba, einer Kleinstadt im Nordwesten von Tansania, direkt am Viktoriasee. Insgesamt sind wir sechs ASC Freiwillige in der Stadt, wohnen aber aufgeteilt in einer 4er und einer 2er WG. 

Die Landessprache Kiswahili ist sehr komplex und überfordert uns meistens noch, allerdings sprechen nicht alle Leute Englisch, sodass wir um das Lernen der Sprache nicht herumkommen. Im vollgepackten Alltag Zeit für das Lernen zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach. Trotzdem versuchen wir unser Bestes und wenden neue Wörter und Erkenntnisse an.

Mein Projekt, die Mugeza Viziwi School for the Deaf (engl. deaf: taub), befindet sich auf einem Berg weiter entfernt von Stadtzentrum. Um zur Schule zu kommen, fahren wir mit Bodas. Bodas sind Motorradtaxen, die es nahezu überall in der Stadt gibt und uns schnell zu jedem Ziel hinbringen. Sobald mein Projektpartner Gustav und ich allerdings unseren tansanischen Führerschein hier gemacht haben, dürfen wir selbst mit unseren eigenen Motorrädern fahren. 

An der Schule geben Gustav und ich in den älteren Klassen Englischunterricht und unterstützen die Kinder beim Lernen. Nachmittags, wenn der Unterricht an der Schule vorbei ist, fahren wir nochmal zur Viziwi hoch, um mit den Kindern Sport zu machen. Von Fußball, Basketball, Netball und kleinen Bewegungsspielen ist alles dabei, da die Kinder motiviert sind, sich zu bewegen und Spaß an den Übungen zu haben.

Gerade mit den Mädchen, von denen viele Netball spielen, habe ich schon einige Wurfübungen sowie Basketballspiele gemacht. Dadurch, dass Netball und Basketball sich in einigen Teilen ähneln, ist beispielsweise das Beibringen der Wurftechnik keine schwere Aufgabe und die Mädels freuen sich, wenn sie schneller Erfolge sehen.

Mein Ziel für dieses Jahr ist eine Basketball AG für Mädchen zu starten und auch Spiele zwischen verschiedenen Schulen zu organisieren, allerdings muss dafür meine Gebärdensprache noch besser werden. Durch die Schüler lernt man jeden Tag etwas dazu und erweitert seinen Wortschatz. Aber gerade am Anfang ist es unvermeidbar, dass man viele Übungen mehrmals vormachen muss und nicht nur einfach erklären kann. Wenn allerdings alle Kinder die Aufgabe verstanden haben, ist man umso stolzer wenn die Übung starten kann und alles gut funktioniert! 

Ein persönliches Highlight, worauf ich mich schon sehr freue, ist der World Disability Day am 3. Dezember. An unserer Schule ist dieser Tag als Tradition ein Sporttag, welcher für kleinere Wettbewerbe wie Sackhüpfen, Wettlaufen, aber auch Mannschaftssportarten wie Basketball genutzt wird. Die Organisation des Tages übernehmen Gustav und ich, weswegen wir uns freuen, bald unser erstes eigenes Projekt-Highlight zu planen!

 

Viele Grüße von eurer Ivie Ojo