Provinz schlägt Hauptstadt – U16.1m gewinnt Turnier in Leer

 

„Wir sind die Hauptstadt – Ihr seid nur Provinz!“, skandierten zwei Dutzend Berliner trotzig und nicht besonders fair, nachdem die U16.1m der BG Bonn den TuS Lichterfelde im Finale des internationalen Basketballturniers von Leer geschlagen hatte. Mit dem Gewinn des Pokals setzte das Bonner Team einem großartigen Wochenende zum Saisonabschluss die Krone auf!

Headcoach Torsten Schierenbeck, der nach eigenen Worten zuletzt vor rund 30 Jahren zu einem Basketballturnier gereist war, hatte seiner Mannschaft die Teilnahme am Turnier in Ostfriesland vorgeschlagen, um eine „phänomenale Saison“ zusammen mit allen Familien gebührend zu beschließen. „Pat und ich fanden die Jungs in der letzten Saison herausragend. Sie sind als Team zusammengewachsen und haben individuell sehr, sehr große Fortschritte gemacht. Das Turnier war der würdige Abschluss. Schön auch, dass so viele Eltern mit dabei waren, wir hatten tolle Stunden.“

Bereits am Freitag reiste der Bonner Tross an, um sich beim gemeinsamen Abendessen auf das Wochenende einzustimmen. Der Samstag war dann für die Bonner Basketballer keine besonders große sportliche Herausforderung, sieht man einmal davon ab, dass die Wege zwischen Jugendherberge und den verschiedenen Hallen zu Fuß zu bewältigen waren. Die Gruppensiege gegen Gastgeber Fortuna Logabirum (47:30), die Walsum Beavers (61:15) und schließlich, nach dem vorgezogenen Grillabend, zu später Stunde gegen den TV Bünde (63:23) fielen mehr als deutlich aus, obwohl die Bonner Jungs kaum mehr als nötig taten und der Spaß im Vordergrund stand. Trotzdem trat das BG-Team gegenüber seinen  so klar unterlegenen Gegnern zur Freude von Pat und Torsten niemals überheblich, sondern jederzeit fair und so freundlich auf, dass die zuletzt genannten bunt zusammengewürfelten Freizeit-Basketballer nach dem Spiel ein Erinnerungsfoto mit unserer Mannschaft schießen wollten…

„Respekt gegenüber der Leistung Schwächerer haben unsere Jungs jederzeit gezeigt, das war schön zu sehen. Denn die anderen Teams haben immer alles gegeben und unseren Respekt verdient. Wir sind alles Basketballer.“

Am Sonntag ging das Turnier, so waren sich alle Bonner einig, dann noch einmal von vorn los. Ähnelte das Viertelfinale gegen den TK Hannover (69:22) einem weiteren Spaziergang, so wartete im Halbfinale der erste schwere Brocken: Gegen die New Heroes Den Bosch brauchte es eine Top-Leistung der BG-Jungs – und am Ende das Glück des Tüchtigen – um das Finale zu erreichen. Nachdem die Mannschaft von Pat und Torsten sich in den zweiten zehn Minuten scheinbar entscheidend mit 10 Punkten hatte absetzen können, kamen die Youngster des niederländischen Rekordmeisters noch einmal zurück und glichen wenige Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit mit einem Dreier aus. Verlängerung? Sudden Death! Das Team, das die ersten Punkte in der Verlängerung erzielen würde, sollte gewinnen! Gesagt, getan. Die New Heroes gewannen zwar den Sprungball und nahmen den ersten Wurf, holten sogar den ersten Rebound, aber dann landete der Ball in den Händen von Mannschaftskapitän Len Steffens, der gefoult wurde und seine Mannschaft von der Freiwurflinie aus ins Finale warf (38:37). „Das Spiel war das Resultat der harten Arbeit des vergangenen Jahres. Das holländische Top-Team war sichtlich überrascht von unserer aggressiven und konsequenten Spielweise. Der Sieg war unnötig knapp, aber hochverdient.“

Auch das Finale gegen den TuS Lichterfelde war ein hochklassiges Spiel, in dem die Berliner bis zur Halbzeit knapp die Nase vorn hatten. Im zweiten Spielabschnitt profitierte Bonn, während bei den Berlinern die Kräfte nachließen, von seiner tiefen Bank. Da halfen auch die „Anfeuerungen“ der Berliner „Fans“, die per Megaphon unsere Jungs zu irritieren versuchten, aber nicht mit der Stimmgewalt der Bonner Eltern gerechnet hatten, nicht mehr. Am Ende triumphierte die BG Bonn mit 41:26 überraschend deutlich.

„Die Jungs haben sich für die Saison selbst die Krone aufgesetzt. TuS Li ist eine Hochburg in unserer Heimatstadt und stand auch in diesem Jahr im Finale des deutschen Pokals mit der Mannschaft. Am Ende waren sie aber chancenlos. Pat und ich bekamen auf der Rückfahrt (trotz Erschöpfung) das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Wir waren einfach zu stolz auf unsere Rasselbande. Danke auch an die Eltern für die herausragende Unterstützung am Wochenende und vor allem in der Saison. Sie wird für uns unvergesslich bleiben – Danke!“