WNBL: SG Rhein Berg/Erft (Bonn) – Unnötige Niederlage in Oberhausen

In der Weiblichen Nachwuchs-Bundesliga (WNBL) erlitt die Spielgemeinschaft der SG Rhein Berg/Erft eine unnötige Niederlage. Die BG Bonn ist mit insgesamt 5 Spielerinnen im Kader des WNBL-Teams an der Spielgemeinschaft beteiligt.

Viele einfache Körbe, die liegengelassen wurden, sowie eine mehr als magere Freiwurfquote von unter 45 % bereiteten das vorzeitige Weihnachtsgeschenk vor, das die SG Rhein Berg/Erft ihren Gastgeberinnen in Form des ersten Saisonsieges für Oberhausen unfreiwillig bescherte.

In einem jederzeit engen Spiel konnten die Gäste das erste Viertel mit einem Punkt Vorsprung für sich entscheiden. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Team aus dem Rheinland allerdings bereits 10 Freiwürfe verworfen und dies sollte sich auch wie ein roter Faden durch das ganze Spiel hindurchziehen.

Im Spielverlauf konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Der höchste Rückstand betrug zweimal 7 Punkte und zur Halbzeit stand es in diesem nicht sehr korbreichen Spiel 27:24 für Oberhausen. Das dritte Viertel endete 35:35. Gleichstand. Und es wurde klar, dass die Partie – wie schon im Hinspiel – für beide Teams bis zum Ende auf Messers Schneide stehen würde.

In den letzten zwei Minuten der regulären Spielzeit überschlugen sich dann die Ereignisse: Beim Spielstand von 48:46 für die Gastgeberinnen wurde Elisa Greuel gefoult und verwandelte anschließend einen von zwei Freiwürfen zum 48:47. Im Anschluss daran verhinderte die gute Defensivarbeit der SG eine erneute Führung für Oberhausen. Julia Bauchmüller konnte nach einem Foul ebenfalls nur einen von zwei Freiwürfen verwandeln, stellte aber dadurch den Gleichstand her. Den nächsten Angriff der Gäste konnte Toni De Muirier unter dem Korb sicher zur 48:50 Führung abschließen.

Bei dreißig Sekunden verbleibender Spielzeit nahm Oberhausen eine Auszeit. Zurück auf dem Feld, foulte das heimische Team nicht, sondern verteidigte gut und aggressiv. Wieder in Ballbesitz, gelang den Gastgeberinnen trotz der energischen Verteidigung von Lioba Krämer ein Wurf, der, nicht ganz unumstritten, als Dreier gewertet wurde. Die SG reagierte ihrerseits mit einer Auszeit Es waren noch fünfzehn Sekunden auf der Uhr.

Kurz nach dem Wiederanpfiff wurde Lioba Krämer, der unermüdliche Wirbelwind auf dem Platz, gefoult und wie in einer Endlosschleife wiederholte sich das „alte Spiel“: Der erste Freiwurf ging daneben, mit dem zweiten wurde der Gleichstand hergestellt. Bei fünf Sekunden verbleibender Spielzeit gelang Julia Bauchmüller nochmals ein Steal, der leider nicht in einem Korberfolg mündete und so ging es – wie im Hinspiel – in die Verlängerung.

Dort erwischten die Gastgeberinnen den besseren Start, konnten sich schnell mit 7 Punkten absetzen.

Und hatten die Rheinländerinnen in dieser spannungsgeladenen und entscheidenden Schlussphase noch im Hinspiel vor heimischen Publikum nicht allein durch Kampfgeist, sondern auch durch sehr viel Besonnenheit, Spielübersicht und präzises Passspiel überzeugt, versuchten sie es diesmal mit der berühmten Brechstange. Viele Einzelaktionen, überhastete Abschlüsse und Pässe, die nicht ankamen, besiegelten die unnötige Niederlage endgültig, auch wenn Hanna Kaibel (BG Bonn) mit einem Dreipunktewurf nochmals auf 2 Punkte zum 61:59 Endstand verkürzen konnte.

„Obwohl wir sehr intensiv verteidigt haben, sind leider zu wenig einfache Körbe dabei herausrausgesprungen“, resümierte Headcoach Nikolic nach dem Spiel. „Wenn man am Ende mit 2 Punkten nach Verlängerung verliert, trauert man jedem verlegten Korbleger, jedem verworfenen Punkt und VORALLEM den verworfenen Freiwürfen nach. Das waren immerhin 22!“

Aber, es gab auch Positives. Denn obwohl mit Jessica Dahl und Adele Kopsidis zwei Topscorerinnen ausfielen, hatte das rheinische Team vierzig Minuten lang den Sieg in der Hand. Vor allem Elisa Greuel (BG Bonn) wusste in schwierigen Phasen zu überzeugen, zog immer wieder mit viel Herz zum Korb und konnte – leider als einzige Spielerin – zweistellig punkten.

Zudem gab Greta Mengelkamp vom Hürther BC am Samstag ihr WNBL Debüt.

 

Für die SG Rhein Berg/Erft scorten: Felicia Ameur 2, Sena Balci 2, Julia Bauchmüller 3, Toni De Muirier 2, Tanith Elsner 1, Larissa Felten 2, Elisa Greuel 23, Thea Hüning 5, Hanna Kaibel 9/2, Lioba Krämer 6, Katrin Loch 4, Greta Mengelkamp

Text: Sandra Weeger-Elsner, Foto: Dieter Krämer SG Rhein Berg/Erft