Zwölf Freunde und das Rätsel um die verschwundene Kaffeemaschine

Vor dem sonntäglichen Spiel gegen Hagen Haspe wird schon vor dem Tip-off hektisch übers Parkett geflitzt: Aufregung und besorgte Gesichter, verständnisloses Kopfschütteln und immer wieder der Blick in den leeren Schrank der NCG-Rumpelkammer. Verzweifelte Nachrichten werden abgesetzt. Wo zum Teufel ist die Kaffeemaschine?! Gibt es in unserem Verein etwa Diebe, die sich auf die Zubereitung warmer Getränke spezialisiert haben?

Zum Glück finden sich noch ein paar Retter, die von Zuhause ein paar Thermoskannen mit dem begehrten Wachmacher mitbringen. So hat sich die lange Anfahrt für die Hagener doch noch gelohnt. Denn ab 10 Uhr gibt es für ihre Mannschaft nichts mehr zu holen, auch wenn sie sich sehr tapfer ins Zeug legt. Die U12.1-Jungs der BG Bonn, die am anderen (oberen) Ende der Tabelle stehen, ziehen von Beginn an deutlich davon. Nach dem ersten Viertel haben sich von zwölf Bonnern schon zehn in die Schützenliste eingetragen, es steht 40:13. Auch das zweite Viertel geht mit 39:14 ähnlich deutlich an die BG. Dafür wird jeder Korb der nur zu siebt angereisten Hagener frenetisch bejubelt – und das zu Recht, denn manch schöner Dreier ist dabei.

Das Spiel ist so einseitig, dass der hundertste Punkt bereits in der 27. Minute fällt – durch Anton per Dreier. Apropos Dreier: Die Quote ist heute beeindruckend, immer wieder kommt die BG frei zum Schuss und trifft – Janne fünf Mal, Felix und Bela je vier Mal, Onno zwei Mal, außerdem noch Dominik und Jervis. So kann sich auch der Schiri nach einem Korberfolg der Gäste einen augenzwinkernden Kommentar zum entspannten Hagener Trainer nicht verkneifen: „Noch 17 Dreier, dann habt ihr sie.“ Auf der Gegenseite haben Harald und Anno ihren Jungs zwar Zurückhaltung in der Defense verordnet, aber „in der Offense haben wir Vollgas angesagt“, gibt der Headcoach später zu Protokoll. So purzeln die Körbe munter weiter, und das Spiel endet schließlich mit 145:52 für die Gastgeber, wobei es sogar noch gelingt, dem Geburtstagskind Nico den finalen Korb aufzulegen. Nach der Partie lobt Harald nicht nur sein Team für die faire Spielweise, sondern findet auch warme Worte für den Gegner: „Hagen hatte es heute nicht leicht, aber wir freuen uns, wenn so junge Teams in der Liga dabei sind – alles Gute für die weitere Saison!“

Bleibt zum Schluss die Erkenntnis, dass die Vorbereitung manchmal spannender ist als das Spiel selbst (nach dem nervenaufreibenden 92:90-Sieg gegen Essen vorige Woche vielleicht ganz erholsam …). Und die Frage, wo die Kaffeemaschine geblieben ist …! Wer sie aus Versehen eingepackt hat, sie findet oder dem Cafeteria-Team eine spenden möchte, melde sich bitte bei Harald.

 

Es spielten: Dominik, Felix, Lukas, Alexander, Onno, Nico, Jervis, Noah, Bela, Janne, Philipp und Anton.

Text und Foto: JP